Work and Travel in Kanada - Erfahrungsbericht von Marie-Claire

Marie-Claire hat für ein halbes Jahr als Work and Travellerin in Kanada gelebt. Im Canago-Blog berichtet sie von ihren Reiseerfahrungen, ihrer Arbeit und Wanderungen durch unberührte Natur.

 

„Live the adventure“

Mein Abenteuer Kanada begann im Mai 2017. Ich hatte gerade mein Abi in der Tasche und wollte nun einfach mal etwas Neues erleben. Da passte der Slogan des Hotels, bei dem ich anfangen sollte ganz hervorragend: „live the adventure“. Und genau das hatte ich vor, ein Abenteuer erleben.

Dieses fing dann auch schon direkt bei der Ankunft in Calgary an, bei der ich nachts mit einer Stadtkarte und zwei riesigen Koffern durch die Innenstadt geirrt bin und mein Hostel gesucht habe. Letztendlich habe ich es dann gefunden und direkt super nette Leute kennengelernt. Generell musste ich feststellen, dass die Kanadier im Allgemeinen überaus freundlich und hilfsbereit sind. In den ersten Tagen habe ich mich dann erst einmal um organisatorische Dinge gekümmert wie z.B. Bankkonto und Simkarte. Und dann war auch schon der große Tag gekommen, an dem es in die Rocky Mountains ging, ab zum Hotel und meinem großen Abenteuer. Auch wenn man nie ein großer Fan von Bergen war, wird man es spätestens hier! Die Rocky Mountains sind schlicht und einfach wunderschön!

Kanadadische Berge bewachsen von grünem Moos

 

Kananaskis Village

Als ich dann endlich bei meinem Hotel angekommen war, wurde ich direkt super nett begrüßt und herumgeführt. Da man mir zuvor sagte, dass meine Reise nach Kananaskis Village geht, rechnete ich mit einem Hotel in einem kleinen Dorf. Wie sich herausstellte, ist das Hotel das Dorf und etwas Anderes gibt es eher nicht in nächster Nähe. Um das zu kompensieren können die Mitarbeiter jedoch alle Annehmlichkeiten wie Sauna, Schwimmbad und Fitnessstudio kostenfrei mitnutzen. Und auch in den Restaurants bekommt man 50 Prozent Ermäßigung, was ich definitiv ausgenutzt habe! Das Wohnheim war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, sollte aber in den darauffolgenden Monaten genau wie das Hotel renoviert werden. Während ich zunächst alleine in meiner Wohnung gewohnt habe, kamen nach ein paar Tagen eine Kolumbianerin und eine Saudi-Araberin dazu. Ich war heilfroh, dass ich zuerst ankam, da ich mir so die Zimmerhälfte am Fenster sichern konnte, während sich die anderen zwei die andere Hälfte teilen mussten.

 

Arbeit

Nach ein paar Einführungen konnte es nach einigen Tagen dann endlich mit der Arbeit losgehen. Das Café, in dem ich gearbeitet habe, ist einfach wunderschön und die Kollegen super nett und hilfsbereit. Mein erster Arbeitstag begann um 4 Uhr morgens. Als ich das erste Mal auf meinen Arbeitsplan für die Woche geschaut habe, dachte ich doch tatsächlich man hätte sich verschrieben. Nichtsdestotrotz stand ich dann in aller Frühe im Café und habe geholfen alles vorzubereiten, bis dann um 6 Uhr die ersten Gäste kamen. Zur Beruhigung kann ich ergänzen, dass die Schichten immer variieren und man auch seine präferierten Zeiten angeben kann, sobald man eingearbeitet ist. Chaotisch wurde die Arbeit erst als wir einen neuen Supervisor bekamen und Dinge etwas aus dem Ruder liefen. Auf der anderen Seite hatten wir dadurch immer genug Gesprächsstoff und amüsante Geschichten für Freunde. Während die Arbeit im Allgemeinen eher entspannt war, wurde es im Sommer sehr stressig und anstrengend, was jedoch das nette Umfeld und die Kollegen wieder wettgemacht haben.

Kanadisches Cafe mit Bar und brauner Einrichtung

 

Freizeit

In meiner Freizeit bin ich sehr viel wandern gegangen, was jedem wärmstens zu empfehlen ist! Wandern wird in Kanada noch einmal ganz anders definiert als bei uns in Deutschland! Hier erlebt man einfach unberührte Natur. Diese beinhaltet natürlich auch wilde Tiere, vor denen ich direkt an meinem ersten Tag hier gewarnt wurde. Obwohl mir in meinem halben Jahr hier (leider) kein einziger Bär oder andere wilde Tiere begegnet sind, würde ich trotzdem jedem ein Bärspray empfehlen! Neben dem Wandern, was meistens eher in Klettern und Durch-Wälder-Irren ausgeartet ist, habe ich ebenfalls viel Zeit mit Freunden an dem kleinen See „Wedge Pond“ verbracht, in dem man sogar schwimmen kann (wenn man sich traut).

 

Raus aus der Wildnis

Nach einiger Zeit in der Natur musste ich jedoch feststellen, dass ich auch gerne mal wieder Zivilisation sehen wollte, da das Hotel so ziemlich im Nirgendwo ist. Diesen Wunsch zu erfüllen ist jedoch schwieriger als gedacht, wenn man kein Auto zur Verfügung hat und so kam es, dass ich mir nach einiger Zeit zusammen mit einem Freund ein Auto gekauft habe. Natürlich kann man auch den Bus einmal in der Woche nehmen oder bei anderen Leuten mitfahren, aber so ist man doch deutlich flexibler. Nun konnte mein Abenteuer neue Größen annehmen wie zum Beispiel den Banff Nationalpark, Canmore oder einfach nur Shoppen in Calgary, was ja auch mal sein muss. Ein Erlebnis, das mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird, ist die Autofahrt nach Banff! Damals hatte ich noch kein Auto und bin mit zwei Freunden gefahren. Unterwegs haben wir dann drei Backpacker aufgelesen und ich durfte vorne zwischen den beiden mitfahren. Später wurden wir von ihnen auch noch in einen Pub eingeladen. Es sind diese kleinen unzähligen Erlebnisse, die mir ewig in Erinnerung bleiben werden. Nicht zu vergessen sind dabei die zahlreichen „Sunday Fundays“ im Pub des Hotels, an denen sich alle Freunde und Kollegen getroffen haben. So viele Geschichten, die ich nach diesem nur halben Jahr erzählen kann, so viele verrückte Abenteuer und Freunde, an die ich mich erinnern kann. Ich habe wahrhaftig nach dem Motto „live the adventure“ gelebt!